Elvira – The Arcade game
Die Fürstin der Dunkelheit, bisher einzig und allein den Abenteurern vorbehalten, hat ins Actionfach gewechselt – und wie nicht anders zu erwarten, macht sie auch hier wieder eine hervorragende Figur! |
Ja, die Joystickartisten sind gegenüber den Rollenspielern sogar im Vorteil, dürfen sie doch Elvira höchstpersönlich durch drei umfangreiche Plattform-Level steuern. Den Anlaß für diesen abenteuerlichen Spaziergang hat König Gustav von Transsylvanien geliefert, ein verstorbener Vorfahr unserer Heldin. Er erschien ihr letzte Nacht im Schlaf und ließ verlautbaren, daß er die Mitternachts-Queen gerne als seine (Thron-) Erbin sehen würde – falls sie unter Beweis stellt, daß sie über die erforderliche Courage für den Job verfügt. So ein Rüpel, wie kann der Kerln bloß daran zweifeln? Aber der Mann ist nunmal König, man muß ihn halt überzeugen. Das heißt natürlich, wir müssen ihn überzeugen...
Die Beweisführung beginnt wahlweise im ewigen Eis des Arktis-Levels oder in der Flammenhölle des Feuer-Levels, den Abscluß bildet dann in jedem Fall das Schlößchen von Onkel Gus. Aussehen tut es überall wie eine Mischung aus "Shadow of the Beast 2" und "Gods", selbst vom Spielerischen her ist durchaus eine gewisse Verwandtschaft mit diesen Games festzustellen. Natürlich stöckelt Elvira viel eleganter über die Plattformen als die gewöhnlichen Muskelprotze, genauso, wie sie bei Monsterberührungen nicht einfach nur ein bißchen flimmert, sondern einen spitzen Schrei dazu losläßt – einfach wundervoll, die Frau! Wehren kann sie sich aber auch ganz gut, und zwar mit Wurfmessern (immer), -sternen und –fackeln (erst finden, dann schmeißen). Alle Waffen können mehrfach aufgerüstet werden, außerdem findet man unzählige Extrawaffen und Boni wie Feuerbälle, Schutzschilde, Energieauffrischer, Runen, Schriftrollen, Schlüssel, Schätze und Lebensmittel. Gegner gibt es in allen Formen und Größen, vom normalen hausdrachen bis zur bildschirmsprengenden Superechse, dazu kommt das übliche Bodenpersonal, also Untote, hüpfende Giftpilze und dergleichen Nettigkeiten mehr. Grafik und Sound sind Gruselklasse eins – exzellente Animationen, allerfeinstes Parallax-Scrolling und volle 32 Farben auf dem Screen! Musik gibt es leider nur im Intro, aber die FX im Spiel sind schön und vor allem sehr abwechslungsreich. Die Handhabung geht bis auf ein, zwei unfaire Stellen ebenfalls in Ordnung, das Gamedesign ist sogar ein absoluter Volltreffer: labyrinthisch angelegte Level (Karten zeichnen!), versteckte Räume und drei Schwierigkeitsgrade, die sichwirklich unterscheiden; im schwersten sind sogar zusätzliche Monster und Schätze geboten. Alles in allem ein rundum gelungenes Actiongrusical mit einem Hauch von Adventure, das die relativ unbekannte Company Flair auf einen Schlag berühmt machen dürfte! (mm) Amiga Joker, Februar 1992 |
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hinzugefügt: May 1st 2013
Magazin: AJ
Punkte: 1
Hits: 1479
Sprache: german