Frontier - Elite 2
ELITE 2 -
Falls wirklich gut wird, was lange währt, müßte David Brabens zweiter Sternenhändler ein Traum von einer Fortsetzung sein – selten hat man uns ja sooo lange warten lassen. Und tatsächlich...
...kann Elite II den ultraklassischen Vorgänger noch übertrumpfen! Die alte Begeisterung stellt sich sofort wieder ein, sobald man in sein Raumschiff klettert und von Planet zu Planet eilt, um mit nunmehr 27 verschiedenen Waren zu schachern. Wer dabei reich wird, darf in Extras investieren, und wenn die nicht mehr in das Einstiegsmodell passen, wäre neuerdings gar an ein größeres Schifflein zu denken. Neu ist ebenfalls, daß unser real existierendes Sonnensystem samt näherer Umgebung als maßstabsgerechtes 3D-Modell eingebaut wurde. Daher ist nun auch nicht mehr Lave der Hauptstartpunkt, sondern ein Planet der Sonne Ross 154, knapp zehn Lichtjahre von der Erde entfernt.
In den weiteren Weiten des Alls dominieren dann allerdings wieder die Phantasiesterne: insgesamt haben die Astronomen von Konami etwa 1.000 Sonnen in der neuen Elite-Galaxis installiert, die von acht- bis zehntausend Planeten und Monden umlaufen werden. Viele davon sind besiedelt, und auf den meisten kann man sogar tatsächlich landen: darüberhinaus gibt es nach wie vor Orbitalstationen. Nach wie vor ist der Spieler auch keineswegs gezwungen, seine Brötchen als kosmischer Kaufmann zu verdienen, neben der Kopfgeldjägerei und dem Bergbau stehen jetzt auch Karrieren im Kurier- und Taxi-Gewerbe offen. Daß Brabens Universum immer noch von Space-Piraten unsicher gemacht wird, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden – wo blieben sonst die heißen Raumschlachten? Wer aus solchen Vektor-Gefechten ordentlich Abschüsse vorzuweisen hat, heimst Geld und Beförderungen ein – und wer weit genug befördert wurde, kommt irgendwann in den „Genuß“ der wirklich heiklen und gefährlichen Aufträge... Im Prinzip also alles wie gehabt, nur halt zeitgemäßer, komplexer und spannender. Das Gilt auch für die Grafik aus teils animierten Datenblättern und die Aktion-Szenen – da insbesondere am 1200er Kleinamigianer müssen ein spielbares Tempo leider mit Detailverlust erkaufen. Dennoch bietet allesfalls „Wing Commander“ beeindruckendere Laserschlachten, kann dafür aber weder mit tollen Planetenlandungen noch mit annährend soviel Spieltiefe aufwarten. Viele Musikstücke (inklusive des berühmten „Andockwalzers“) sowie allerlei feine FX erfreuen den Sternen-Captain schließlich ebenso wie die ordentliche Maus-/Sticksteuerung, die nunmehr übrigens von Beginn an einen Autopiloten bietet. Die schlechte Nachricht zum Schluß: Es trudeln ein paar Exemplare durchs Software-All, mit denen das Rückwärts-Schießen nahezu unmöglich ist. Doch sind sie erstens selten, verraten wir zweitens im Know-How, wie Ihr eine solche Bug-Version ruckzuck erkennen könnt, und ändern sie drittens nicht am Fazit – Elite II ist ein spielerischer Hochgenuß! (jn) Dezember 1993 |
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hinzugefügt: February 20th 2017
Magazin: AJ
Punkte: 1
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Sprache: german